Wald- und wiesen-Kobold-Expedition


Hallo ihr lieben Wald- und Wiesen-Forscher

Ich freue mich sehr, dass ihr bei meiner Wald- und Wiesen-Kobold-Expedition für Kindergarten- und Grundschulkinder mitmachen wollt.

Wenn ihr eure Expedition beendet habt, könnt ihr einen Termin mit mir ausmachen, eure Antworten abgeben und einen "Schatz" abholen.

Dauer 1-2 Stunden je nach Gemütlichkeit/Picknickzeit - Abkürzung möglich

Wichtig für die Eltern

Liebe Eltern, bitte lest diesen Brief vorab leise durch und lest den Kindern unterwegs bitte immer nur portionsweise vor, d.h. von einer Etappe zur nächsten.

 

Vorbereitung Zuhause

Bitte nehmt folgendes von Zuhause mit:

  • meinen Brief
  • einen Klebestift
  • eine Schere
  • Filzstifte für das Igelbild und Schneckenhaus
  • ein Stück Karton-Pappe (etwas größer als die Igelvorlage)
  • Ausdruck der Igelvorlage pro Kind
  • eine Klopapier-/Küchenrolle
  • eine Eierschachtel (10er oder 6er)  pro Kind
  • Geschenkband oder dicke Wolle 1,5m pro Kind
  • Zeckenschutz/entsprechende Kleidung/Kappe
  • evtl. Picknickdecke
  • Getränke und vielleicht auch etwas zu essen

Start: Parkplatz am Freizeitpark Kornwestheim

Die Expedition kann nur zu Fuß gemacht werdenn (Ausnahme Laufrad)

Fahrräder/Roller können auf dem Parkplatz des Golfplatzes angeschlossen werden, ist vielleicht etwas sicherer.

 

Westlich des Parkplatzes (also Richtung Kornwestheim) seht ihr eine Schranke und ab da geht es richtig los:

 

Die Kinder dürfen das erste Stück mit verbundenen Augen geführt werden - wenn sie dazu bereit sind, verbindet ihnen die Augen. Mein Vorschlag: nehmt sie zunächst an die Hand und wenn sie möchten, könnt ihr sie auch loslassen und mit Worten(links/rechts) führen.

 

Ihr folgt dem Weg bergab und lauft bis zur Bank (gegenüber des BMX-Platzes), weist sie mit noch verbundenen Augen an, sich auf die Bank zu setzen, dann dürfen sie die Augenbinde abnehmen.

1. Station

Spielt "Ich sehe was, was du nicht siehst" mit Farben oder wenn ihr wollt auch mit Buchstaben.

Und es geht weiter:

Auf dem Wiesenstück direkt hinter der Bank könnt ihr ein Stöckchen finden (vielleicht auch in zweites als Ersatz), das etwas dicker und etwas länger als ein Schaschlikspieß ist. Das Stöckchen könnt ihr mit eurer Schere an einem Ende zu einer Spitze bearbeiten. Ihr benötigt diesen Spieß, um während der Expedition unterschiedlichste Blattarten aufzupieken und zu sammeln. Vielleicht ist es euch sogar möglich, die Blätter zu bestimmen.

 

Dann lauft ihr bis zum Rindenmulchweg. Ihr folgt dem Rindenmulchweg ein kurzes Stückchen nach rechts, bis ihr wieder rechterhand in einen Wiesenweg abbiegen könnt. Der Wiesenweg führt entlang der Obstbäume.

 

Ab jetzt könnt ihr auch beginnen, die Schätze für eure Eierschachtel zu sammeln, einige Dinge werden aber auch erst später zu finden sein.

 

Das sammelt ihr in eurer Eierschachtel:

1 Löwenzahnblüte

1 kleiner rundlicher Kiefern!!-zapfen

1 Schneckenhaus

1 kleines Stückchen Moos

1 Stückchen Birkenrinde

1 Spitz- oder Breitwegerichblatt

wenn ihr eine 10er Schachtel habt, könnt ihr noch weitere Schätze hinzufügen, die euch gefallen.

2. Station:

auf dieser schönen Wiese suchen die Kinder ihr Lieblingsplätzchen

Wenn ihr eine Picknickdecke dabei habt, könnt ihr diese ausbreiten.

Schließt die Augen und lauscht den Vogelstimmen. Könnt ihr verschiedene Arten unterscheiden, vielleicht sogar bestimmen? Aus welcher Richtung kommt das Gezwitscher?

 

Ihr folgt dem Wiesenweg bis zum Ende (große Tanne rechte Seite). Unter der Tanne könnt ihr übrigens Moos für eure Schachtel und den Igel finden.

3. Station:

Schneidet die Igelvorlage aus, klebt diese auf den Pappkarton und der Igel bekommt nun ein Stachelkleid aus Moos. Gerne könnt ihr für euren Igel auf eurem weiteren Weg noch eine Beeren-/Hagebuttennase suchen und ihr könnt unter seine Füße noch ein paar Blätter aufkleben.

4. Station:

Sucht nach dem Baumstumpf mit dem roten Geschenkband (vielleicht sind es inwischen auch schon mehr Bänder) ungefähr zwischen Tanne und Steinhaufen. Dieser Baumstumpf wird Dank unserer Geschänkbänder jetzt ein richtiges Natur-Kunstwerk. Bindet euer Band dazu indem ihr es fest anknotet.

 

Zwischen den beiden Steinhaufen gibt es einen tollen Blick in die Ferne. Legt mal euer Fernrohr (Klopapier-/Küchenrolle) an - seht ihr jetzt die etwas farbigen Hochhäuser links von der Baumallee?

 

Frage: wie viele Hochhäuser seht ihr da?  ________


An dieser Stelle ist es möglich, die Expedition früher ausklingen zu lassen und dem Erd-Schotterweg (auf Höhe der großen Tanne) nach links bergauf zu folgen, bis ihr in das "kreisrunde Wäldchen mit den hohen Bäumen" kommt. Dann könnt ihr gleich mit Station 7 weiter machen.


Aber eigentlih führt euch die Expedition hier an der großen Tanne ein kleines Stückchen bergab entlang des Erd-Schotterweges, bis ihr rechts das Schild "Lotuseffekt" entdeckt. Hier könnt ihr euch von euren Eltern gerne erklären lassen, was dieser "Lotuseffekt" zu bedeuten hat.

 

Frage: welche Pflanze wächst aber wirklich unter diesem Schild? ______________________

Folgt dem Schotterweg noch ein kleines Stückchen geradaus, bis der Weg eine Rechtskurve macht. STOP ihr biegt in der Kurve links ab in den kleinen Trampelpfad, der in den "wilden Wald" führt. Folgt diesem kleinen Trampelpfad bergauf und haltet euch dann rechts (die Kuhweide befidet sich immer rechts von euch). Jetzt wird es abenteuerlich.

 

Erinnert ihr euch noch, dass ich für eure Schatzschachtel ein Stückchen Birkenrinde und einen Kiefernzapfen braucht? Beides könnt ihr hier im Wäldchen finden.

 

Findet auch den Birkenbaustamm und den Kiefenzweig, den ihr auf den Fotos seht.

Malt euch ein Herz neben die Bilder, wenn ihr`s gefunden habt.


Der Pfad durch den "wilden Wald" mündet direkt in eine kleine Wiese oberhalb der Kuhweide.

5. Station:

Jetzt ist es Zeit für eine nächste Rast und für die Geschichte vom "kleinen Wiesenkobold".

Und dann wartet schon die nächste Station auf euch. direkt oberhalb der Weise kommt ihr an eine Weggabelung - ihr bleibt genau hier stehen. Denn hier ist ein Schnecken-Wald (er befindet sich genau rechterhand des Weges der nach links führt. Begebt euch hier einfach auf die Suche nach dem vielleicht noch fehlenden Schneckenhaus. Leere Schneckenhäuser liegen zuhauf zwischen vertrockneten Blättern und Steinen.

6. Station:

Verschönert euer gefundenes Schneckenhaus und bemalt es mit euren Filzstiften.

Und weiter zu Station 7. Ihr steht jetzt mit dem Rücken zur Kuhweide und folgt dem Weg, der nach links führt (also wieder zurück Richtung Freizeitpark).

Haltet euch rechts und folgt dem schmaleren vielleicht auch etas matschigen Weg (hier habt ihr nochmal die Gelegenheit Blätter für euren Blätterspieß zu sammeln).

Ihr kommt dann automatisch in das "kreisrunde Wäldchen mit den hohen Bäumen".

7. Station: Baum ertasten

Das darf gerne jeder von euch ausprobieren. Einer bekommt die Augen verbunden und wird zu einem Baum geführt. Sucht vielleicht nach Bäumen, die sich relariv gut voneinenader unterscheiden bzw. grenz es auf eine kleinere Fläche ein, so dass es für die Kinder leichter ist.

In aller Ruhe wird der Baumstamm erspürt. Dann führt ihr die Person etwas weg von diesem Baum und nehmt die Augenbinde wieder ab.Jetzt darf der Baum wieder gefunden werden.


Um wieder zum Freizeitpark-Parkplatz zurück zu kommen könnt ihr einfach dem Rindenmulchweg folgen. Am kürzesten ist es, dem Weg Richtung Hauptstraße zu folgen (also direkt linkerhand es Flugplatzes). Der WEg führt dann ein kleines Stück parallel der Hauptstraße entlang.

 

Oder falls ihr euere Fahrräder auf dem Golfplatz-Parkplatz abgestellt habt, könnt ihr auch kurz vor der Hauptstraße den Abzweig in den kleinen Trampelpfad nehmen, der direkt auf die Hauptstraße führt und dann seht ihr schon den Parkplatz.


Jetzt habt ihr eure Wald- und Wiesen-Kobold-Expedition erfolgreich gemeistert und ihr bekommt einen kleinen "Schatz".                            Meldet euch gerne telefonisch bei mir, um einen Termin zu vereinbaren.

©Bettina Rommel

 


Igelvorlage


Der kleine wiesenkobold

Hast du schon mal von dem kleinen Wiesenkobold gehört, der nur Schabernack im Sinn hatte?

 

Gleich morgens, wenn er aufwachte rannt er barfuß über die Wiese. Begegnete ihm ein Hase, dann freute er sich und rief so laut „Hallo Hase“, daß der Hase vor Schreck einen Purzelbaum schlug. Und der Kobold lachte und freut sich seines Lebens.

 

Also, wenn dir schon mal ein Hase begegnet ist, der gerade einen Purzelbaum schlug, dann weißt du dass der kleine unsichtbare Kobold ganz in der Nähe war.

 

Am liebsten suchte der kleine Kobold aber nach Käfern, weil die so schön langsam waren. Er hob sie vorsichtig hoch und kitzelte sie am Bauch bis sie mit den Beinchen strampelten.

 

Selbst die stacheligen Igel waren nicht sicher vor ihm. Wenn er angerannt kam, versuchten sie sich zu schützen, in dem sie sich rund machten wie kleine stachelige Kugeln – und was tat der Kobold?

 

Er spielte eine Runde Fußball.

 

Selbst vor den Rehen hatte er keine Scheu. Kam ein Reh des Weges gewandert, nahm er eine Wurzel und legte sie ihm so vor die Füße, dass es stolperte.

 

Und so ging das tagein und tagaus, bis die Tiere seinen Schabernack leid waren. Abends als der Kobold schlief, versammelten sie sich unter dem Baum, in dem die schlaue Waldeule lebte.

 

Liebe Waldeule bitte hilf uns, der Kobold ärgert uns alle, wir haben keine Lust mehr auf seine dummen Späße, was können wir tun?“ „Nun“ sagte die Eule „Nichts leichter als das, ihr müsst nur schneller sein als der Kobold und ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen“.

 

Du meinst ab jetzt soll er Purzelbäume schlagen?“ fragte der Hase „Und am Bauch gekitzelt werden?“ fragten die Käfer „Und als Fußball durch die Gegend kullern?“ erfreute sich der Igel „Und über Wurzeln stolpern?“ kicherte das Reh. „Ja genau“, sagte die schlaue Eule „ihr müsst nur alle zusammenhalten und euch einen Plan ausdenken, am besten noch, bevor der Kobold aufwacht“.

 

Und gemeinsam planten die Tiere den nächsten Tag.

 

Der Hase war der Erste. Er versteckte sich hinter dem Moosbett des Kobolds. Als der Kobold erwachte, sich räkelte und streckte und das erste Bein aufstellte, schrie der Hase so laut er nur konnte „Hallo Kobold“ und tatsächlich erschrak der Kobold so sehr, weil damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet, dass auch er gleich mehrere Purzelbäume hintereinander schlug, bis er gegen einen Baum prallte „Aua“ jammerte er und hielt sich die Beule an seinem Kopf. Als er noch etwas benommen da lag, kamen die Käfer und krabbelten über seinen nackten Bauch.

 

Ohje, ohweh, was ist denn da los, wieso kitzelt es sooo schrecklich auf meinem Bauch“ wunderte sich der Wiesenkobold. Und er krümmte sich so sehr vor Lachen, das er selbst rund war wie eine Kugel. Die Igel kamen herbei und schoben ihn mit vereinten Kräften bis er hin und her kullerte . „Tooor“ schrie der schnellste Igel, der den Kobold über die Ziellinie schubste.

 

Ganz benommen stand der Kobold auf und wollte gerade den Weg zurück antreten, als ein mutiges kleines Reh ihm seinen Vorderlauf so abrupt in den Weg stellte, dass der Kobold geradewegs darüber stolperte und sich den großen Zeh anschlug.

 

Auf einem Bein hüpfend und mit beiden Händen den Zeh und die Beule am Kopf haltend wurde dem Kobold schlagartig bewusst, was er seinen Freunden bisher für Ärger bereitet hatte. Kleinlaut entschuldigte er sich bei den Hasen, den Käfern, den Igeln und den Rehen und er lud sie ein, am Nachmittag ein ausgiebiges Wiesenfest mit ihm zu feiern. Sie aßen leckere Wiesenspezialitäten, tanzten, lachten und hatten gemeinsam viel Spaß. Von da an lebten sie alle in Frieden auf ihrer schönen großen Wiese.

 

 

© Bettina Rommel